Frührentner und Frührente wegen Erwerbsminderung

Erläuterungen über die Frührente und was Frührentner aufgrund von teilweiser oder voller Erwerbsminderung wissen sollten

Im Allgemeinen ist unter der Bezeichnung „Frührente“ der vorgezogene – also frühere – Eintritt in die Erwerbslosigkeit gemeint, verbunden mit der Zahlung einer Rentenleistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

fruehrenteDamit umfasst der Begriff sowohl den vorzeitigen Übergang in die Altersrente, was unter bestimmten Voraussetzungen sowie unter Berücksichtigung etwaiger Abschläge zum Teil möglich ist, aber eben auch Renten, die auf Grund einer Berufsunfähigkeit bzw. Erwerbsminderung des Versicherten geleistet werden, wie die Renten wegen teilweiser und voller Erwerbsminderung oder die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit.

Die Regelaltersgrenze wurde in den vergangenen Jahren angehoben und so wie sich die Lage der gesetzlichen Rentenversicherung darstellt, ist keine Besserung – gemeint ist hiermit die Senkung der Regelaltersgrenze – in Sicht.

Dabei sind immer weniger Personen tatsächlich dazu in der Lage, bis zu ihrer individuellen Regelaltersgrenze einer Erwerbstätigkeit zur Einkommenserzielung nachzugehen. Viele der Frührentner können aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf oder irgendeine Tätigkeit nicht bis zum „regulären Renteneintrittsalter“ ausüben.

Rente wegen teilweiser und voller Erwerbsminderung

Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit wegen körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung zeitlich unabsehbar soweit gemindert ist, dass sie lediglich zwischen drei und unter sechs Stunden am Tag einer Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen können, gelten innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung als teilweise erwerbsgemindert und können sofern die Bedingungen bezüglich Warte- und Rentenversicherungszeiten erfüllt sind, eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beziehen.

Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen auf unabsehbare Dauer noch deutlicher gemindert ist und sie daher weniger als drei Stunden täglich eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben können, gelten als voll erwerbsgemindert. Jener Personenkreis besitzt bei Erfüllung der entsprechenden Rentenversicherungs- und Wartezeiten einen Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Auch wenn eine Resterwerbsfähigkeit von über drei Stunden oder sogar über sechs Stunden täglich besteht und demnach keine volle Erwerbsminderung vorliegt, kann der Versicherte dennoch als voll erwerbsgemindert anerkannt werden und Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung innehaben, wenn Einschränkungen in ungewöhnlicher Art oder Umfang existieren oder die Erwerbstätigkeit nicht regelmäßig ausgeübt werden kann.

Die Voraussetzungen zum Bezug einer Frührente wegen Erwerbsminderung

Die allgemeine Wartezeit beträgt 5 Jahre. Darüber hinaus müssen in den letzten 60 Monaten vor Eintritt der Erwerbsminderung wenigstens 36 Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt wurden sein.

Für den Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung besteht eine Sonderregelung, die Versicherte betrifft, welche schon vor Erfüllung der 5 jährigen Wartezeit in ihrer Erwerbsfähigkeit gemindert waren und eine Wartezeit von 20 Jahren voll erwerbsgemindert ohne Unterbrechung zurückgelegt haben.

Weiterhin können auch Versicherte, die gemäß gesetzlicher Definition teilweise erwerbsgemindert sind, einen Rentenanspruch wegen voller Erwerbsminderung erwirken. Übt der teilweise Erwerbsgeminderte keine der Leistungsfähigkeit – drei bis unter sechs Stunden am Tag – entsprechenden Arbeitsstelle aus und findet auch keine solche auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, besteht ein Rentenanspruch in Form der so genannten Arbeitsmarktrente.

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Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit

Die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit gilt nur für Personen, die vor dem 02. Januar 1961 geboren sind. Für jenen Versichertenkreis besteht bei Berufsunfähigkeit sowie Erfüllung der gleichen Wartezeiten und Rentenversicherungszeiten ein Anspruch auf diese Rente.

Zudem ist für vor dem 02. Januar 1961 Geborene der Berufsschutz von Bedeutung, das heißt, dass sich die Berufsunfähigkeit hier auf die zuletzt bzw. dauerhaft ausgeübte berufliche Tätigkeit bezieht und höchstens auf eine gleichwertige, zumutbare Erwerbstätigkeit verwiesen werden darf.

Im Gegensatz dazu sind im Bereich der Erwerbsminderung und folglich der Frührenten wegen teilweiser und voller Erwerbsminderung der allgemeine Arbeitsmarkt und die Ausübung irgendeiner Erwerbstätigkeit zu berücksichtigen. Beruf, Qualifikationen, Erfahrung etc. nehmen keinen Einfluss auf die Berechtigung.

Berufsunfähig im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung ist demnach, wer vor oben genanntem Stichtag geboren wurde und wer weniger als sechs Stunden am Tag in seinem bisherigen Beruf oder einer Verweisungstätigkeit arbeiten kann.

Eine Ausnahme existiert hierbei für nach dem 02. Januar 1961 Geborene, die schon vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Jahr 2001 Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente besaßen und bis dato die Voraussetzungen für diese erfüllen. Für diese Versicherten verbleibt der Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente.

Frührenten für nach 1961 geborene

Achtung: Wer nach dem 02. Januar 1961 das Licht der Welt erblickte ist in aller Regel deutlich schlechter gestellt, denn für jene gibt es keine Berufsunfähigkeitsdefinition in der gesetzlichen Rentenversicherung mehr und damit auch keine Leistung im Falle einer Berufsunfähigkeit.

Der Versicherte kann sich ergo höchstens auf eine verminderte Erwerbsfähigkeit und gegebenenfalls auf den Anspruch auf eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung stützen.